Ich habe erst mit einigen Tagen Verspätung Zeit gefunden, einen kurzen Blick auf die Debatte rund um die Vodafone Markenkampagne zu werfen.
Johannes Kleske bringt das ganze Dilemma mit seiner fiktiven Vodafone Presseerklärung perfekt auf den Punkt.
Das Problem liegt nämlich überhaupt nicht in der Ausgestaltung von Kampagnen oder Pressekonferenzen. Sondern in der Tatsache, dass die Realität in den meisten Großunternehmen nicht die Bohne mit dem zu tun hat, was man gemeinhin “Marketing 2.0″ oder “konsequente Kundenorientierung” nennt.
Tatsächlich sind die meisten Großunternehmen nicht Kunden- sondern vielmehr konsequent Profitorientiert. Kundenunzufriedenheit bedingt durch schlimmstenfalls bewusste Irreführung (sprich: Abzocke) wird in Kauf genommen, solange das Gesamtmodell sich unter dem Strich auszahlt. Und das ist jetzt nichtmal polemisch gemeint sondern schlichte Realität.
Welches Unternehmen will schon wirklich seine Kunden glücklich und die Welt ein Stück besser machen? Kundenzufriedenheit ist bestenfalls Mittel zum Zweck, nur selten Selbstzweck. Die allermeisten wollen schlichtweg Geld verdienen, wogegen absolut nichts einzuwenden wäre, solange ein Kompromiss zwischen Profit und Kundenzfriedenheit gefunden werden kann. Genau das ist aber oft nicht der Fall.
“1.0 Realität” und “2.0 Ansprüche” klaffen noch meilenweit auseinander. Diese grundsätzlichen Diskrepanzen können durch Marketing nicht gelöst werden sondern kommen durch Aktionen wie die von Vodafone überhaupt erst richtig zum Vorschein.
Bis sich hier Substantielles ändert, wird noch einige Zeit verstreichen müssen. Aber immerhin: Solange die Platzhirschen weiterhin den alten Kurs fahren, entsteht immer wieder Raum für Vorstöße neuer Herausforderer, die die alten Bastionen Stück für Stück ankratzen.
Via Twitter zu verfolgen, welche Themen die aktiven Online Nutzer insgesamt beschäftigen, gehört zu den faszinierendsten Social-Media Tools überhaupt. Für Unternehmen, die in relevanten Bereichen unterwegs sind, ist dies das knallharteste Marktbarometer, das es jemals gab. Hier der aktuelle Stand der öffentlichen Diskussion im Netz in Kurzform:
Sie haben verschiedene Möglichkeiten, Veränderungen in Echtzeit zu verfolgen. Entweder hier auf dieser Seite, oder mit den Tools von Tweetag.
Natürlich lassen sich auch konkretere Themenfelder “überwachen”. Angenommen, Sie produzieren oder verkaufen Netbooks:
Oder Mobiltelefone:
Das eröffnet ganz neue und unglaublich authentische Einsichten, für mehr und mehr Themenfelder und Märkte.
Es geht weiter bei public-beta.com, wenn auch vielleicht ein wenig langsamer. Durch das Aufkommen von Twitter und anderen Micropublishing Tools sind Blogs ja ohnehin von schnellen zu langsameren Medien mutiert. Genau das ist ja auch mein Problem hier: Kurze Infohäppchen machen in Blogs nicht mehr sonderlich viel Sinn. Längere Texte dagegen sind toll, aber zu arbeitsintensiv
Danke für das zahlreiche Feedback, das immer noch konstant eintrudelt und auch für die immerhin gut 300 Leser, die diesen Feed hier auch in der Flaute in ihren Readern gelassen haben.
Frage zwischendurch: Hat jemand Interessa an public-beta.com? Also nicht so Robert Basic mäßig Ich würde nur die Domain abgeben, die ich immer noch recht cool finde. Oder wegen mir das Blog auch drauf lassen.
Würde mich einfach mal interessieren, ob da Bedarf ist. Falls ja, bitte Kontakt aufnehmen oder kommentieren.
Ok, dieses Video von Scholz & Friends erzählt zwar null Neues. Oder eigentlich nur das, was Leute schon vor drei Jahren auf Alternativ Marketing Kongressen referiert haben. Aber es bringt die Sache einfach nochmal sehr hübsch auf den Punkt: Das Ende des Massenmarketing oder auch: Des Marketing Stalinismus. Gutes Anschauungsmaterial für Leute, die es immer noch nicht kapiert haben, also Kunden und so
“360 Grad statt Werbepause: Das Internet hat gerade ein Zehntel des Werbemarktes erobert, jetzt geht es den Traditionsmedien mit zweistelligen Wachstumsraten ans Eingemachte. TV ist das letzte Leitmedium und wird von der Multikanal-Meute gehetzt. Werbung wird persönlich und breitet sich grenzenlos aus. Wie sehen die inhaltlichen Konsequenzen aus? Krise oder Renaissance? Individuum oder Masse? Wir inspizieren Werbeagenturen, sprachen mit dem großen Marketing-Magier Malcolm McLaren und dem Vater der Werbepopikone Flat Eric, Mr.Oizo.
ALLES IST WERBUNG
# Werbung ist alles // TV-Tod bei 360 Grad
# Nie wieder Werbepause // Enthemmte Werber
# Mad Men // Historische Werber als TV-Serie
# Google gegen den Rest // AdWord-Wirtschaft
# Nach dem Banner // Jetzt wird´s persönlich
# Schmutzige Tricks // Reich mit Pixeln”
Also Featuring: Tribal DBB und Plantage.
Wie die meisten Beiträge zu diesem Thema liefert De:Bug zwar keine Antworten, wirft aber die richtigen Fragen auf. Und nähert sich dem Thema aus einer eher kultur- und medienwissenschaftlichen Sicht.
Plazes hat seinen lange erwarteten Mobile Client veröffentlicht. Unter m.plazes.com ist nun ein komfortables Bestimmen des eigenen aktuellen Standorts möglich.
Damit gehört das lästige SMS plazen der Vergangenheit an. Daneben gibt es Infos zu Standort und Aktivitäten der eigenen Kontakte und über Plazes im Umfeld.
Ein überfälliger Schritt, um mit den mittlerweile zahlreich vorhandenen Geolocation Diensten Schritt halten zu können.
Ahaaha. JvM hatte ja neulich mit der Idee, SIXT Angebote via WLAN an Flughäfen zu verbreiten, einen echt coolen Guerilla Stunt gelandet. Wer es noch nicht kennt, hier ist das erklärende Video dazu:
Wenn man jetzt allerdings diese Aktion hier sieht (Agentur: THEY, Amsterdam), lassen sich zumindest deutliche Parallelen feststellen:
Ich hatte es gestern schon in der WELT Kompakt gelesen, jetzt steht es auch online: Dieter Gorny möchte “Raubkopierer” mit Internetsperre bestrafen. Die WELT nennt das ein “innovatives Bestrafungsmodell”, HORIZONT rühmt Gorny dafür als “Retter der Musikindustrie”.
Gorny zieht dafür das Punktesystem aus dem Straßenverkehr und die Führerscheinsperre als Beispiel heran. Das heisst also: Für ihn ist der freie Zugang zu Informationen nicht eines der wichtigsten Grundrechte überhaupt, sondern ein besonderes Privileg, das man vom Staat exklusiv erteilt bekommen muss.
Hat man dazu noch Töne? Dass Leute wie er maßgeblich in der Medienwelt mitmischen dürfen, ist eigentlich ein Verbrechen. Die kritiklose Berichterstattung der Medien spricht aber auch Bände. Und sie ist unfreiwillig entlarvend: Denn Gorny ist eben der vermeintliche Retter der “Musikindustrie“, keinesfalls der Musik selbst.
Um was geht es hier eigentlich? Um den Schutz der Kunst oder um die Rettung einer zynischen Abzockerbranche, die obsolet geworden ist? Hoffentlich findet Gorny nicht -wie angedroht- Unterstüzung in der Politik für diesen hochgradigen Schwachsinn.
Lohnt sich absolut, da mal reinzuschauen. Das Phonebook 2.0, das das Adressbuch des Handys durch eine kleine Social Networking App ersetzt und auch gleich noch den aktuellen Standort der Kontakte anzeigt, gehört sogar eher noch zu den harmloseren Sachen, zeigt aber, wie mächtig das werden wird.
Ich möchte jedenfalls unbedingt eins der ersten Android Phones haben, die ja nun bald kommen werden. Endlich bekommt die Non-Apple Gemeinde ein adäquates Gegenstück zum iWahn